Haiku April 2008  






Fotografie und Haiku: Poesie in Vollendung

Die grossen und kleinen Dinge des Lebens erscheinen beim Schreiben eines Haiku oft wie unter einem Mikroskop. Der Alltag wirkt transparenter und farbiger. Konturen werden schärfer, Wesentliches tritt deutlicher hervor, Belangloses fällt weg. Ein Haiku ist aber auch eine spielerische Herausforderung für die eigene Phantasie.

Ein Haiku ist ein japanisches Kurzgedicht. Es hat ein festes Metrum mit drei Zeilen und siebzehn Silben (in der Regel: 5 Silben – 7 Silben – 5 Silben). Diese japanische Dichtkunst hat sich fast unverändert über viele Jahrhunderte bis heute erhalten. Seit einigen Jahren gewinnt das Haiku auch in unserem Kulturkreis an Bedeutung.

Ein Haiku braucht die Stille, sowohl zum Lesen wie zum Schreiben. Traditionell entsteht ein Haiku aus einer meditativen Stimmung heraus. In dieser konzentrierten geistigen Haltung wird das Haiku oftmals umrahmt von einer Tuschzeichnung. So kann beispielsweise einen Person ein Haiku schreiben, die zweite ergänzt es mit einem Tuschepinsel oder Filzstift, mit Wasserfarben, Öl- oder Pastellkreiden. Jeder kann aber auch das eigene Haiku malerisch umrahmen. Es aktiviert die innere Bilderwelt. Haiku-Meditationen bieten die Möglichkeit, die eigene kreative, schöpferische Kraft, den inneren Reichtum in sich zu entdecken, zu fördern und zu nutzen.

Die subtilen Fotografien von Claudia Larsen, untermalt mit meiner inneren Bilderwelt ausgedrückt in einem Haiku, ergaben ein ganz persönliches Fotobuch. Es ist für mich ein grosses Glück, Claudia als Fotografin, Künstlerin und einfühlsamen Menschen kennen gelernt zu haben.

>> Was ist Haiku: Link Wikipedia

UM
2008